Alleine in Amazonien

Beatrice fliegt zurück nach Berlin und ich reise in die Hauptstadt Amazoniens, nach Manaus. Von Manaus kann ich nicht viele Photos zeigen, da ich die meiste Zeit krank im Hotelzimmer verbracht habe und es auch nicht so viel Schönes zu sehen gibt.

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Das berühmte Theater von Manaus

Das berühmte Theater von Manaus

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An einem Morgen gehe ich in aller Früh an den Hafen, wo an den Ablegestellen Tickets für die Fahrt mit den Amazonasschiffen verkauft werden. Es gibt keine offizielle Stelle, sondern nur viele Händler, die Tickets verkaufen. Ich frage mich durch und erstehe eine Ticket für den nächsten Morgen. Am nächsten Morgen um 5 Uhr stehe ich mit Hängematte, Decke und ein bisschen Verpflegung am Hafen und besteige mein Schiff, die Rei Davi. Auf 2 Stöcken verteilen sich in grossen Laderäumen die Passagiere mit ihren Hängematten. Da die meisten Leute die ganze Nacht an Bord verbracht haben, ist es schon recht eng. Ich finde aber noch ein gutes Plätzchen und befestige meine Hängematte. Im Verlauf werden weitere Hängematten rechts, links und über mir angebracht. Zwei Stunden später legen wir ab. Die Portugiesin Sophia und ich erreichen an Bord eine gewisse Prominenz, da wir die einzigen Gringas sind. Wir werden beobachtet, neugierig angesprochen und bekommen Essen angeboten. Es regnet beinahe die gesamte Fahrzeit und so verbringe ich die meiste Zeit der 40stündigen Fahrt auf dem Rio Solimões  nach Tefé liegend oder sitzend in der Hängematte. Im Preis von 37€ sind auch die Mahlzeiten inkludiert- leider gibt es kein vegetarisches Menü, sondern immer wiederaufgewärmte Feijoada.

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In Tefé verbringe ich eine Nacht in der Pousada der Holländerin Bettine. Am nächsten Tag besichtige ich den lokalen Markt, bevor dann der Transfer mittels Boot in das Reservat Mamirauá erfolgt.

Açai vorher

Açai vorher

Açai nachher

Açai nachher

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Das Reservat Mamirauá war das erste für nachhaltige Entwicklung, das eine Kombination zwischen Naturschutz und Verbesserung der Lebensbedingungen der ansässigen Bevölkerung versucht. Die einzige Unterkunft im Reservat bietet die Pousada Uacari mit seiner auf dicken Baumstämmen schwimmenden Häusern. Das Reservat umfasst ein Gebiet, das jährlich von März bis August überschwemmt wird; der Wasserspiegel steigt dabei um 10-12 Meter. Statt die Umgebung wandernd zu erkunden, machen wir Ausflüge mit dem Motorboot oder mit einem Kanu. In der Pousada arbeiten nur Menschen der lokalen Gemeinschaften mit Ausnahme der Deutschspanierin Iris, die zwischen ihnen und den vorwiegend ausländischen Besuchern sprachlich vermittelt.

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Die Uakari Lodge

Von hinten links nach vorne links: Iris, mein Guide Clevison, Pin und Nico aus Holland

Von hinten links nach vorne links: Iris, mein Guide Clevison, Pin und Nico aus Holland

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Clevison und ich im Kanu

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Vor meinem Haus sammeln sich viele schwimmende Wiesenstücke, die flussabwärts getrieben werden.

Vor meinem Haus sammeln sich viele schwimmende Wiesenstücke, die flussabwärts getrieben werden.

Ich sehe viele Kaimane, die gemächlich durchs Wasser gleiten. Als wir einmal eine nächtliche Bootsfahrt machen, kann ich überall im Wasser ihre rot leuchtenden Augenpaare ausmachen. Sehr beeindruckend sind auch die rosa Flussdelphine, die es nur in Amazonien gibt. Ganz nahe der Pousada leben 2 Wissenschafter, die sich mit den Flussdelphinen beschäftigen. Man weiss sehr wenig von ihnen, versucht aber mehr über sie herauszufinden, um ihrer ständig sinkenden Zahl entgegen zu wirken. Außergewöhnlich ist das Verhalten der Männchen des “object carrying”zum Beeindrucken der Weibchen, das außer ihnen nur Menschen und Affen eigen ist.

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Der Uakariaffe ist im Reservat endemisch und er war der Grund für die Entstehung des Reservates.

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Der Pirarucu ist der größte Süsswasserfisch der Welt.

Wir besuchen auch eine der Communidades, die im Reservat leben. Die Menschen hier werden Caboclos genannt- sie sind eine Mischung aus Indios und Nordestinos, die zur Zeit des Kautschukbooms aus dem Nordosten Brasiliens in die Gegend gekommen sind. Antonio, der lokale Guide, erzählt, welchen Einfluss der stark wechselnde Wasserpegel auf ihr Leben hat. An den Häusern kann man den Wasserspiegel erkennen und er liegt oft knapp unter den Fenstern. Manche Häuser für diesen Zweck einen 2. Stock; andere Leute haben überhaupt ein auf dem Fluss schwimmendes Haus. Für die Tiere- Hühner und Kühe- werden schwimmende Plattformen gebaut.

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Zu Besuch in der Schule.

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Nach 4 Tagen verlasse ich diese Oase der Ruhe. Ich fliege von Tefé nach Manaus zurück und von dort am nächsten Morgen nach Belém, die schöne am Amazonas gelegene Hauptstadt des Bundesstaates Pará. Die Stadt ist berühmt für ihre Alleen aus Mangobäumen. Der Katschukboom verschaffte auch Belém Anfang des 20. Jahrhunderts einen gewissen Reichtum, der sich in den neoklassizistischen Gebäuden dieser Zeit widerspiegelt. Ich lerne einige lokale Couchsurfer kennen, mit denen ich einem Ausflug zu einer kleinen Insel im Amazonas mache.

Regenzeit in Belém

Regenzeit in Belém

Die alten Hafengebäude wurden zu einem Tourismuszentrum ausgebaut.

Die alten Hafengebäude wurden zu einem Tourismuszentrum ausgebaut.

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Eine Mangobaumallee

Eine Mangobaumallee

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Für 2 Tage mache ich einen Ausflug auf die Ilha de Marajó- eine Insel so gross wie die Schweiz, die wie ein Pfropfen in der Öffnung des Amazonas in den Atlantik liegt. Auch hier führt die Regenzeit zu kleineren Überschwemmungen. Mein Weg zum Strand endet an der Stelle, an der die Strasse zu einer grossen Lache wird, die von einer Herde Wasserbüffel belagert wird. Nur bestärkt und begleitet vom Einheimischen Silvano radle ich mutig im knietiefen Wasser zwischen den Büffeln weiter. Ich wohne in der Casa Alemã, im deutschen Haus, und treffe hier auf Lorenz, einen netten Schwaben.

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12 Antworten auf Alleine in Amazonien

  1. Cosmas sagt:

    Endlich wieder ein Bericht! Ich hoffe du bist wieder Gesund !
    Danke das du uns teilhaben lässt!

  2. Tante Franzi sagt:

    Liebste Petra,
    danke für Deinen interessanten Bericht. Dieter und ich haben auch schon überlegt nächstes Jahr eine Amazonaskreuzfahrt zu machen. Aber unsere Reisepläne sind sowiso immer wackelig. Bis wann gibt es Wiedersehen?
    Bis dahin schicke ich Dir gute Gedanken und eine schöne Zeit.
    Bussi
    Tante Franzi

  3. Birgitt Hillner sagt:

    Liebe Petra , mich muss auch erst ein Norovirus ans Bett binden, um deinen neuen Bericht zu lesen, sorry …. Ich hoffe, Du bist wieder richtig gesund u hast so alleine ohne herzerwaermende Fuersorge nicht zu sehr gelitten ! Der Dauerregen macht es ja nicht besser….. Dein Bericht ist spannend wie immer u. die Fotos sind spektakulaer.In allen Fernwehleidenden wird da Aktionismus gestartet. Und d Fotos v deinen teilweise nicht ganz jungen Mitreisenden sind zusätzlich anspornend, obwohl ich , um ehrlich zu sein, nicht mehr mit so wenig Komfort wie auf dem Schiff z.Bsp. auskäme ….. aber da gibt es ja Alternativen ,ohne dass es MS Deutschland sein muss ….. Man staunt auch immer wieder darüber , wovon man noch nie etwas gehört hat – rosa Flussdelfine …. Stark ! Hoffentlich Sterben sie nicht aus !
    Ich wünsche Dir weiterhin soviel Elan, Mut , Entfeckerfreude u. ein schönes Ostern in Brasilien ! Liebe Gruesse

  4. sandra :-) sagt:

    hi petra, so wie’s aussieht hat es dir brasil-brasil richtig angetan, aber auf so einer größe gibt es natürlich unendlich viel zu entdecken … und während man deine berichte liest – vielen dank dafür – regt sich das fernweh in unseren herzen :-)

    frohe ostern und weiterhin viel spaß!!! und: NICHT wieder krank werden ;-)

    alles liebe, sandra und günter

  5. Daniel sagt:

    Liebe Petra,
    auch ohne Norovirus komme ich erst jetzt dazu, Deine neueste Episode zu lesen, hatte mich schon immer drauf gefreut.
    Was ich da schon wieder alles lernen kann: daß der Amazonas breit ist, wußte ich aber so sehr? Aber schwimmende Wiesenstücke, der Süsswasserfisch in Thunfischformat (schmeckt der?), die kuriosen Delphine und Äffchen…
    Ich find’s mutig, daß Du durch so tiefes Wasser radelst, daß das überhaupt geht.
    Von Acai heute auch zum ersten Mal gehört.
    In Berlin ist alles beim Alten. Der Frühling wird mit der nächsten Hitzewelle in den Sommer übergehen, aber momentan haben wir eher Manaus-Wetter.
    Ich wünsche Dir weiterhin tolle Erlebnisse, viel Spass und erwarte gespannt den nächsten Bericht/Deine Rückkehr.
    Daniel

  6. spunky game sagt:

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