Auf der Rota das Emocões

Die „Rota das Emoções“ verbindet die touristischen Highlights der Küste im Nordosten Brasiliens – die Lençóis Maranhenses, das Parnaiba-Flussdelta und den Strand von Jericoacoara, allesamt aufregende Orte. Doch auch der Weg zwischen den Stationen ist ein Abenteuer, das viele Gefühle freisetzt. Mal auf Buckelpisten, mal quer durch die Dünen, selten sind wir auf richtigen Straßen unterwegs.

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Beatrice und ich fliegen von Recife nach São Luis, der Hauptstadt des Bundesstaates Maranhão. Wir quartieren uns bei dem dänischen Aussteiger Frankie ein, der ein ehemaliges Cabaret/Bordell gekauft und wunderschön renoviert hat.

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Auf dem frühmorgendlichen Transport nach Lençois lernen wir Camille, eine Französin, die 6 Monate in São Paulo für die Supermarktkette Carrefour gearbeitet hat, und ihre marokkanische Freundin Senap kennen.

Lençois, auf deutsch Bettlaken, ist die einzige Wüste Brasiliens und weltweit die einzige Wüste mit Wasserbecken. Der erste Ort, Barreirinhas, ist sehr enttäuschend. Am nächsten Morgen fahren wir auf dem Rio Preguiças bis zu seiner Mündung ins Meer. Von dem Ort Caburé organisieren wir uns ein Boot, das uns nach Atins bringt. Unsere Ankunft im Hafen von Atins ist abenteuerlich – außer Sand ist da nix und ich bin froh, dass sich mein Rollkoffer schnell zum Rucksack umbauen läßt. Wir fragen uns durch zur gerade eröffneten Pousada eines Berliners, die uns Frankie aus São Luis empfohlen hat. Da in Atins aber weder Handys noch Internet funktionieren, haben wir unsere Ankunft nicht ankündigen können. Und es kommt wie es kommen muss- die Pousada ist geschlossen. Die Dorfbewohner zeigen sich aber sehr hilfsbereit und quartieren uns bei Tante Rita ein.

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Blick vom Leuchtturm auf Atins

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Ankunft in Atins

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Blick hinunter vom Leuchtturm

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Von Atins hat man Zugang zum Nationalpark und wir beschliessen, ohne Guide eine kleine Wanderung zu unternehmen. Am Strand treffen wir Maduro, der eigentlich nur zum Kiffen in die Wüste gehen wollte, aber uns nun gerne begleitet. Teils am Strand, teils durch die Dünen wanden wir nach Canto do Atins, ein Ort bestehend aus 2 Restaurants, deren Spezialität gebratene Shrimps sind. Nach dem herrlichen Essen spazieren wir durch die Dünen zurück und machen in jedem Wasserbecken eine Badepause.

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Im Dunkeln kehren wir nach Atins zurück, diesem Ort in der Wüste, in dem sich erstaunlich viele Europäer niedergelassen haben. Am Abend organisiert Maduro in der Pousada unserer Wegbegleiterinnen einen Abend mit Reggae, Caipirinhas und vielen Kokosnüssen, die die Jungs für uns vom Baum holen und nach dem Trinken auch noch mit der Machete aufschlagen, damit wir das Fruchtfleisch essen können.
In Atins hätten wir es noch ein paar Tage ausgehalten; da aber der Weitertransport in Richtung Südosten sehr kompliziert und kostspielig ist, hängen wir uns an Camille und Senap. Am nächsten Morgen bringen uns Maduro und sein Freund mit dem Boot zurück nach Caburé. Von hier gibt es keinen regulären Weitertransport- Fahrer von Allradautos schauen manchmal auf der Suche nach Kunden vorbei. Unsere Verhandlungsposition so mitten in der Wüste ist schlecht- dank Camilles gutem Portugiesisch und Senaps Bazartaktik finden wir aber einen Fahrer, der uns zu einem guten Preis nach Parnaiba bringt.

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Parnaíba, die heimliche Hauptstadt des Bundesstaates Piauí, liegt am einzigen Meerdelta Amerikas und dem drittgrößten der Welt.
Am späteren Nachmittag unternehmen wir daher noch eine Bootstour auf dem Rio Parnaiba, bis zu dessen Mündung ins Meer. Im Boot geht es durch schmale Flussarme, deren Ufer gesäumt sind von Mangroven. Irgendwann öffnen sich die Wasserarme des Deltas ins Meer und wir stranden auf einer Insel mittendrin.

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Die Spezialität der Region: Krabben

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Nach weiteren zähen Verhandlungen buchen wir einen Weitertransport nach Jericoacoara, einem idyllischen Ort inmitten von Dünen im Bundesstaat Ceará. Der Transport mit George ist abenteuerlich. Bis Camocim fahren wir auf der Strasse, dort bringt uns eine Autofähre in die Dünen. Wir machen Halt an einer Düne, die den Sandboardern gehört und probieren es auch gleich selbst aus. An der Lagoa Paraiso machen wir Mittagspause. Am Strand entlang düsen wir danach Jericoacoara entgegen, nur einmal müssen wir noch die handbetriebene Fähre nehmen.

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Jericoacoara ist paradiesisch. Ein Hippieort in den Dünen ohne befestigte Strassen und außerdem Kitesurfparadies. Nach langem Suchen finden wir die perfekte Unterkunft in der Pousada Ibiscus. Der Tagesablauf der Touristen verläuft hier synchronisiert: am späteren Nachmittag wandert man zum Pedra Furada und erlebt dort den Sonnenuntergang im Meer. Danach geht es zurück zum Strand von Jericoacoara, wo allabendlich Capoeira vollführt wird. Später schlürfen wir Caipis am Strand und ab Mitternacht wird bei Dona Amelia Forró getanzt. Wir tanzen barfuss im strömenden Regen- zum Glück hat es über 30 Grad. Im Morgengrauen folgen wir der letzten Tradition und schauen in der Bäckerei Santo Antonio zum Pão de Queijo essen vorbei, bevor wir dann endlich ins Bett fallen.

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Beatrice mit ihrem Drachen am Strand.

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Wir reisen mit Camille und Senap weiter bis nach Fortaleza- dort löst sich unsere Fahrgemeinschaft auf. Beatrice und ich nehmen den Nachtbus nach Natal und fahren von dort weiter nach Praia da Pipa im Bundesstaat Rio Grand do Norte.

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Regenbogen beim frühmorgendlichen Strandspaziergang.

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Mein Ersatz-Schätzchen.

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6 Antworten auf Auf der Rota das Emocões

  1. Cosmas sagt:

    Deine Erlebnisse beflügeln mich! Danke für den tollen Bericht!
    Ersatz-Schätzchen IST süss!
    C.

  2. Andrei sagt:

    Hey, cool! Eure Weiterreise liest sich sehr spannend! Wäre gerne dabei gewesen…
    Lieben Gruß aus dem regnerischen Berlin!

  3. sandra :-) sagt:

    na du weltenbummlerin, es klingt immer noch abenteuerlicher wenn man von dir liest, gleichzeitig aber auch voller freude über alles was dir so über den weg läuft – inklusive vier-beinigem schätzchen – toll daß es dir gut geht!!! weiter so!!! alles liebe aus “dorabira”, sandra und günter :-)

  4. Birgitt sagt:

    Hi – das sieht nach einem tollen road – water- movie aus …. leider bezweifle ich, dass man ohne Portugiesischkenntnisse eine Chance haette …. ( jetzt muss ich erst einmal spanisch lernen !!!) und dann auf deine nächste Auszeit warten, liebe Petra, um dich zu besuchen …. ja, da kommt Lust zum Reisen hoch u. nicht nur zu einem 14 tägigen Abspann zwischen Strand u. Hinterland…. Bleib gesund Petra, du siehst blendend aus !!!
    Liebe Grüsse Birgitt

  5. sprunkioc sagt:

    That’s a fascinating point about pattern recognition – applies to music too! Thinking about Sprunki OC Real, building tracks is all about arranging elements – characters become your instruments! It’s surprisingly intuitive, even on mobile. Great article!

  6. iamanus sagt:

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